24.03.2020

Reitstall komplett niedergebrannt

Text: Michael Gratzer / Fotos: Michael Gratzer

Zu einem Wirtschaftsgebäudebrand wurde die Stadtfeuerwehr Leibnitz zur Mittagszeit des 24. März alarmiert. Im Löschbereich der Feuerwehr Kaindorf an der Sulm brach im Reitstall Bergmühle in einem der Ställe ein Brand aus, der sich rasend schnell ausbreitete. Bereits auf der Anfahrt zogen dichte Rauchschwaden über das Leibnitzer Stadtgebiet. Die teils mehrere hunderte Jahre alten, unter Denkmalschutz stehenden und großteils aus Holz gebauten Gebäude begünstigten den Verlauf des Brandes erheblich. Auf der Anfahrt wurden jedoch zahlreiche Einsatzfahrzeuge an der Zufahrt zum Brandobjekt durch die vielen Schaulustigen behindert. Das sollte nicht sein!

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand ein Stall bereits in Vollbrand, auf einen weiteren hatte das Feuer bereits übergegriffen. Die anwesenden Personen waren gerade dabei, so viele Pferde wie möglich in Sicherheit zu bringen. Erschwert wurden die gesamten Löscharbeiten noch dazu von starkem Wind, der die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen stellte, denn die Asche flog bis zu mehrere hunderte Meter weit Richtung Seggauberg, wodurch dann auch noch die Böschung Richtung Schloss Seggau an einzelnen Stellen zu brennen begann. Die einsatzleitende Feuerwehr Kaindorf forderte umgehend weitere Feuerwehren aus dem ganzen Bereich Leibnitz an, um gegen die Flammen anzukämpfen. Darunter auch mehrere Wassertankfahrzeuge, da in der unmittelbaren Nähe auch kein Hydrant zur Verfügung stand.

Die Stadtfeuerwehr begann an der Ostseite des Areals mit den Löscharbeiten. Mit mehreren Angriffsleitungen sollten als Erstes vor allem die weiteren Gebäude in unmittelbarer Nähe geschützt werden. Zeitgleich begann dazu der Löschangriff auf die in Vollbrand stehenden zwei Objekte. Nachkommende Einsatzkräfte sorgten mit mehreren Tragkraftspritzen für genügend Löschwasserzufuhr, das aus der glücklicherweise genau daneben fließenden Sulm gefördert wurde. Doch im Zuge des gesamten Einsatzes stellte der sich drehende Wind immer eine besondere Gefahr dar, auf welche die Feuerwehren stets aufpassen und in ihren einsatztaktischen Entscheidungen berücksichtigen mussten. 

Von praktisch allen Seiten wurde gegen das Feuer vorgegangen, um ein noch schlimmeres Szenario als ohnehin schon zu verhindern. Von unserer Seite wurde dazu auch der Wasserwerfer des Tanklöschfahrzeuges benutzt, um für mehr Wurfweite zu sorgen. Nach rund eineinhalb Stunden konnte der Brand langsam aber sicher unter Kontrolle gebracht werden. Daher wurde damit begonnen, die Dachziegel abzuräumen und die Glutnester in den Zwischendecken zu bekämpfen.

Während der Löschangriff an den Reitställen in vollem Gange war, wurden einige nachalarmierte Feuerwehren mit einem Löschangriff von Schloss Seggau herab zur Einsatzstelle beauftragt. Der Funkenflug löste auf der Böschung mehrere Kleinbrände aus, die es schnell einzudämmen galt. Glücklicherweise konnten diese lodernden Stellen relativ rasch unter Kontrolle gebracht werden. 

Nachdem der Brand unter Kontrolle gebracht worden war, konnte bereits mit ersten Aufräumarbeiten begonnen werden. Dazu wurde ein Teleskoplader eingesetzt, um das Heu und die verschiedensten Baumaterialien wegzuschaffen und darin befindliche Glutnester löschen zu können. Leider wurden bei den Arbeiten auch die verbrannten Kadaver mehrerer Pferde gefunden, für die es leider keine Rettung mehr gab. Menschen kamen glücklicherweise keine zu Schaden. Einige Pferde sollen im Schock auch davongelaufen sein, dazu kann derzeit aber noch keine verlässliche Aussage gemacht werden. Ebenso über die Brandursache, die kriminalpolizeiliche Ermittlung darstellt.

Insgesamt standen am Einsatzort 25 Feuerwehren mit 56 Fahrzeugen und rund 250 Personen im Einsatz. Bedanken möchten wir uns für die gute Zusammenarbeit bei allen Kameraden, den Kräften der Polizei, des Roten Kreuzes sowie allen weiteren eingesetzten Organisationen und Personen.  

++ UPDATE 25. März ++

Gemeinsam mit den Feuerwehren Kaindorf, Seggauberg, Neutillmitsch und Oberhaag wurde die ganze Nacht über bis zum Nachmittag des darauffolgenden Tages eine Brandwache abgehalten, um ein erneutes Aufflammen des Brandes frühzeitig zu verhindern. Nach Freigabe der Brandursachenermittlung wird das abgebrannte Heu und der Schutt mit einem angeforderten Bagger auseinander gearbeitet, um die Glutnester bekämpfen zu können.

Einsatzdetails